Presse & Insights

Wissen, das Schichten füllt.

Drei ausführliche Fachbeiträge zur Personallage in der Schweizer Pflege, mit vollständig offengelegten Quellen. Dazu vier kürzere Artikel aus der Recruiting-Praxis sowie Pressekontakt, Boilerplate und Medienkit.

Insight · 2026 · Lesezeit 5 Minuten

Warum Stelleninserate in der Pflege kaum noch funktionieren.

Ein Inserat setzt voraus, dass jemand sucht. Genau das tun die meisten Pflegefachpersonen nicht – sie arbeiten. Wer sie erreichen will, muss den Weg umkehren.

43'400

Pflegefachpersonen muss die Schweiz zwischen 2019 und 2029 neu ausbilden – Nachwuchsbedarf, nicht offene Stellen.

Quelle: Obsan / GDK / OdASanté, Nationaler Versorgungsbericht 2021
55%

des Nachwuchsbedarfs werden höchstens durch inländische Ausbildung gedeckt.

Quelle: Nationaler Versorgungsbericht (Obsan / OdASanté)

Ein Stelleninserat folgt einer einfachen Logik: Es wartet. Auf Jobportalen, auf der eigenen Website, in der Zeitung. Es setzt voraus, dass eine Pflegefachperson gerade sucht, das richtige Stichwort eingibt und sich die Zeit nimmt, ein Dossier zusammenzustellen. Vor zwanzig Jahren war das realistisch. Heute trifft es auf einen kleinen Teil der Zielgruppe zu.

Der Grund liegt im Markt. Zwischen 2019 und 2029 muss die Schweiz 43'400 Pflegefachpersonen der Tertiärstufe neu ausbilden – das ist der Nachwuchsbedarf, nicht die Zahl offener Stellen (was die Zahl genau bedeutet, steht hier). Gedeckt werden davon nur 40 bis 55 Prozent: 2024 schlossen 3'350 Personen ein Studium HF oder FH ab, nötig wären jährlich 6'700 bis 9'300. Wer heute als Dipl. Pflegefachperson HF, als FaGe oder als Nachtwache arbeitet, hat eine Stelle – und erhält regelmässig Angebote. Diese Personen suchen nicht. Sie lassen sich finden, wenn etwas sie anspricht.

Dazu kommt die Wahrnehmung. Inserate in der Pflege gleichen sich bis ins Detail: «motiviertes Team», «attraktive Anstellungsbedingungen», «abwechslungsreiche Tätigkeit». Pflegende sehen wöchentlich Dutzende davon und können sie nicht unterscheiden. Ein Inserat, das nichts Konkretes sagt, wird überflogen – auch wenn der Betrieb dahinter ausgezeichnet ist.

Das dritte Problem ist der Weg zur Bewerbung. Wer auf ein Inserat klickt, landet oft in einem Portal, das Lebenslauf, Zeugnisse und Motivationsschreiben verlangt. Auf dem Handy, nach einer Spätschicht, ist das der Moment, in dem die meisten abbrechen. Nicht, weil sie nicht wollen. Sondern weil der Aufwand in keinem Verhältnis zum ersten Interesse steht.

Was stattdessen funktioniert

  • Hingehen statt warten. Kampagnen auf Social Media und Google erreichen Pflegende in ihrer Freizeit – auch jene, die nicht suchen.
  • Konkret werden. Dienstplanmodell, Pensen, Team, Weg zur Arbeit. Jede Aussage, die nur auf Ihren Betrieb zutrifft, ist mehr wert als ein Adjektiv.
  • Echte Menschen zeigen. Ein kurzes Video mit der Teamleitung überzeugt mehr als jedes Symbolbild.
  • Hürden abbauen. Eine Kurzbewerbung in zwei Minuten, ohne Lebenslauf. Das Dossier folgt später – wenn das Interesse gegenseitig ist.
  • Schnell antworten. Wer innert 24 Stunden anruft, spricht mit Bewerbenden, bevor es der nächste Betrieb tut.

Ein Inserat bleibt sinnvoll – als Basis und als Anlaufstelle für die wenigen, die aktiv suchen. Nur sollte es nicht länger die einzige Massnahme sein. Stellen füllen sich dort, wo Betriebe sichtbar werden, bevor jemand nach ihnen sucht.

Insight · 2026 · Lesezeit 5 Minuten

Social Recruiting für Pflegeheime: fünf Grundregeln.

Social Recruiting ist kein Trick und kein Trend. Es ist die Entscheidung, dort präsent zu sein, wo Pflegende ihre Pausen verbringen. Diese fünf Regeln entscheiden, ob daraus Bewerbungen werden.

Ein Pflegeheim, das auf Instagram, TikTok oder LinkedIn wirbt, wirkt für viele Leitungen zunächst fremd. Doch die Logik ist einfach: Pflegende sind dort. Sie scrollen in der Pause, im Zug und nach der Schicht. Eine Kampagne, die in diesem Moment erscheint, konkurriert nicht mit anderen Inseraten, sondern mit Katzenvideos und Rezepten. Sie muss deshalb anders sein als ein Inserat.

  1. Ehrlichkeit vor Hochglanz. Zeigen Sie den echten Wohnbereich, echte Mitarbeitende, echte Themen. Pflegende erkennen Symbolbilder sofort – und ziehen ihre Schlüsse.
  2. Ein Betrieb, eine Botschaft. Nicht «Wir suchen Pflegefachpersonen», sondern das eine Argument, das Ihr Haus von den Nachbarn unterscheidet: das Dienstplanmodell, der Betreuungsschlüssel, die Nähe zum Bahnhof, die verlässlichen Wochenenden.
  3. Regional und funktionsgenau. Eine FaGe aus dem Nachbardorf ist mehr wert als tausend Kontakte schweizweit. Kampagnen laufen im Einzugsgebiet, getrennt nach Funktion und Pensum.
  4. Der Weg endet in zwei Minuten. Von der Anzeige zur Kurzbewerbung: ohne Lebenslauf, ohne Login, ohne Formularwüste. Jeder zusätzliche Schritt kostet Bewerbungen.
  5. Innert 24 Stunden antworten. Eine Bewerbung über Social Media ist ein Interesse, kein Entscheid. Wer nach drei Tagen antwortet, spricht mit niemandem mehr.

Die Regeln klingen simpel. Schwierig ist die Konsequenz: Wer einmal ein Video dreht und dann sechs Wochen nichts mehr zeigt, hat keine Kampagne, sondern einen Versuch. Social Recruiting braucht einen Rhythmus – neuer Content alle paar Wochen, laufende Auswertung, laufendes Nachjustieren nach Funktion, Region und Budget.

Was oft unterschätzt wird: Der Betrieb muss dafür kaum Zeit investieren. Ein halber Tag für Aufnahmen vor Ort reicht für mehrere Monate Kampagne. Entscheidend ist der Mut, sich zu zeigen – und die Bereitschaft, Bewerbenden rasch zu antworten. Beides lässt sich vorbereiten: mit einem klaren Ablauf, einer verantwortlichen Person und festen Zeitfenstern für Rückrufe.

Und was auf keinen Fall funktioniert: eine Kampagne, die verspricht, was der Alltag nicht hält. Wer im Video Wunschdienstpläne zeigt und im Betrieb kurzfristig einspringen lässt, gewinnt Bewerbungen, aber keine Mitarbeitenden. Ehrlichkeit ist nicht nur eine Frage der Haltung. Sie ist die günstigste Massnahme gegen Fluktuation.

Insight · 2026 · Lesezeit 6 Minuten

Was Pflegefachpersonen von Arbeitgebern wirklich erwarten.

In jedem Erstgespräch hören wir dieselben fünf Themen. Der Lohn gehört dazu – aber selten an erster Stelle.

Rund 40 % der Pflegenden verlassen ihren Beruf vorzeitig (Quelle: SBK – ASI / Obsan). Wer Pflegefachpersonen gewinnen und halten will, muss verstehen, warum sie gehen – und was sie bleiben lässt. Wir führen jede Woche Erstgespräche mit Bewerbenden. Die Gründe für einen Wechsel wiederholen sich. Und es sind selten jene, die in Inseraten stehen.

1. Dienstplanung, die das Leben respektiert

Die erste Frage lautet fast immer: Wie weit im Voraus kenne ich meinen Dienstplan? Wie oft muss ich einspringen? Sind freie Wochenenden verlässlich? Ein Betrieb, der Dienstpläne mehrere Wochen im Voraus kommuniziert und das Einspringen fair regelt, hat ein Argument, das kein Lohnzuschlag ersetzt.

2. Pensen, die passen

Pflege ist ein Beruf mit vielen Lebensphasen: Familie, Weiterbildung, Betreuung von Angehörigen. Wer nur 80 bis 100 % anbietet, verliert Bewerbende, die 50 oder 60 % arbeiten könnten – und wollen. Flexible Pensen sind kein Entgegenkommen, sondern Voraussetzung.

3. Führung, die erreichbar ist

Pflegende wechseln selten wegen des Hauses, oft wegen der Leitung. Erwartet wird keine perfekte Führung, sondern eine, die zuhört, Entscheidungen erklärt und im Konflikt präsent ist. In der Bewerbungsphase zeigt sich das an einem Detail: Wer spricht im Gespräch mit mir – und wie schnell?

4. Wertschätzung, die man merkt

Wertschätzung heisst nicht Früchtekorb. Sie heisst: Mein Fachwissen zählt bei Entscheidungen, meine Überstunden werden gesehen, mein Name ist bekannt. Betriebe, die das leben, müssen es nicht behaupten – ihre Mitarbeitenden erzählen es weiter. Und das ist die glaubwürdigste Werbung, die es gibt.

5. Entwicklung, die möglich ist

Fachverantwortung, Berufsbildung, Wundmanagement, Palliative Care, ein Nachdiplomstudium: Pflegefachpersonen wollen wissen, wohin ein Weg führt. Wer Weiterbildung nicht nur bezahlt, sondern auch Zeit dafür einplant, gewinnt Menschen, die bleiben.

Was das für Ihre Kommunikation heisst

  • Nennen Sie das Dienstplanmodell konkret – Vorlaufzeit, Einspringregel, Wochenenden.
  • Schreiben Sie Pensen als Spanne aus, nicht als Wunsch: «60–100 %», nicht «nach Vereinbarung».
  • Zeigen Sie die Leitung, nicht nur das Gebäude.
  • Erzählen Sie ein echtes Beispiel von Entwicklung in Ihrem Haus.
  • Halten Sie, was Sie versprechen. Alles andere kostet doppelt.

Der Lohn bleibt wichtig. Doch in den meisten Regionen liegen die Löhne vergleichbarer Betriebe nahe beieinander. Den Unterschied machen die fünf Punkte oben – und ob man sie von aussen erkennen kann.

Insight · 2026 · Lesezeit 6 Minuten

Temporär oder Festanstellung: die ehrliche Kostenrechnung.

Temporärpersonal rettet Schichten. Das ist sein Wert – und sein Problem. Denn was kurzfristig hilft, wird auf Dauer zur teuersten Lösung.

Fast jede Pflegeeinrichtung arbeitet mit Temporärpersonal. Zu Recht: Eine Nachtwache, die morgen fehlt, lässt sich nicht mit einer Kampagne besetzen. Problematisch wird es, wenn aus der Überbrückung ein Dauerzustand wird – wenn dieselben Schichten Monat für Monat über Verleiher besetzt werden, weil die Festanstellung nicht gelingt.

Die sichtbaren Kosten kennen Sie aus der Rechnung des Verleihers. Der Stundensatz liegt deutlich über dem, was eine festangestellte Person pro Stunde kostet, weil Marge, Verwaltung und Risiko des Verleihers darin enthalten sind. Weniger sichtbar sind die anderen Posten.

Die unsichtbaren Kosten

  • Einarbeitung. Jede neue Temporärkraft braucht Zeit vom Stammteam – für Abläufe, Dokumentation und Bewohnende.
  • Kontinuität. Wechselnde Gesichter belasten Bewohnende, Angehörige und Teams. Das zeigt sich in Qualität und Stimmung.
  • Führung. Leitungen planen, koordinieren und kontrollieren mehr, wenn das Team ständig wechselt.
  • Signalwirkung. Ein Stammteam, das sieht, wie viel für Temporärkräfte ausgegeben wird, stellt Fragen. Manche wechseln selbst in die Temporärarbeit.

Ein Rechenbeispiel

Das folgende Beispiel arbeitet mit frei gewählten, gerundeten Annahmen. Es ist keine Marktstatistik, sondern ein Muster, das Sie mit Ihren eigenen Zahlen füllen sollten: eine 100-%-Stelle Dipl. Pflegefachperson HF über zwölf Monate.

Rechenbeispiel Annahmen frei gewählt – keine Marktdaten

PostenTemporärFestanstellung
GrundannahmeVerleihtarif CHF 80 / StundeBruttolohn CHF 85'000 / Jahr
Basis1'900 verrechnete StundenSozialleistungen rund 17 % = CHF 14'500
Personalkosten pro JahrCHF 152'000CHF 99'500
Rekrutierung und Einarbeitung, einmaligCHF 12'000
Kosten im ersten JahrCHF 152'000CHF 111'500
Kosten ab dem zweiten JahrCHF 152'000CHF 99'500

Alle Werte sind Beispielannahmen zur Veranschaulichung der Rechenlogik. Setzen Sie Ihren tatsächlichen Verleihtarif, Ihre Lohnstufe und Ihre Sozialleistungen ein.

In diesem Beispiel kostet die Festanstellung im ersten Jahr rund CHF 40'000 weniger, ab dem zweiten Jahr rund CHF 52'000. Die unsichtbaren Kosten sind darin noch nicht enthalten. Rechnen Sie mit Ihren eigenen Werten: Der Abstand verändert sich – die Richtung bleibt.

Was die Rechnung nicht zeigt

Ein Rechenbeispiel bildet ab, was sich zählen lässt. Nicht abgebildet ist, was ein stabiles Team leistet: weniger Fehler, weniger Ausfälle, ruhigere Übergaben, zufriedenere Bewohnende. Und nicht abgebildet ist die Kehrseite: Eine Festanstellung nützt nur, wenn sie hält. Wer einstellt und nach vier Monaten wieder inseriert, zahlt doppelt.

Unsere Empfehlung lautet deshalb nicht «kein Temporärpersonal», sondern: Temporär als Reserve, Festanstellung als Regel. Und dafür einen Prozess, der planbar Bewerbungen bringt – statt zu hoffen, dass die nächste Kündigung ausbleibt.

Für Medienschaffende

Auskunft, Zahlen und Einordnung.

Sie recherchieren zum Personalmangel in der Pflege, zu Recruiting oder zur Arbeitgeberattraktivität von Heimen, Spitex und Kliniken? Wir geben Auskunft – schnell, faktenbasiert und mit Blick in die Praxis.

Pressekontakt

  • StelleMedienstelle Care Match Personalmarketing GmbH
  • E-Mailbusiness@care-match.ch
  • AntwortIn der Regel am selben Werktag.

Boilerplate · rund 80 Wörter

Über Care Match

Care Match Personalmarketing GmbH ist eine Agentur für Personalmarketing und Recruiting. Sie arbeitet ausschliesslich für Pflegeeinrichtungen in der Schweiz: Alters- und Pflegeheime, Spitex-Organisationen, Rehakliniken, Psychiatrien und Spitäler. Care Match gewinnt qualifizierte Pflegefachpersonen für Festanstellungen – von Dipl. Pflegefachpersonen HF und FH über FaGe und FaBe bis zu Nachtwachen und Leitungen. Die Methode verbindet Employer Branding, Social Recruiting, eine mobile Kurzbewerbung und die Vorqualifizierung aller Bewerbungen. Das Ziel: entlastete Schichten und sinkende Temporärkosten. Care Match ist keine Temporärfirma und kein Personalverleih.

Frei zur Verwendung in redaktionellen Beiträgen.

Medienberichte und Interviews nehmen wir hier laufend auf.

Medienkit

Logo und Farben

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Das Logo steht auf dunklem Grund (Ink) oder auf Weiss. Pressefotos der Geschäftsleitung stellen wir auf Anfrage zur Verfügung.

Erstgespräch

Sprechen wir über Pflege und Sichtbarkeit.

20 Minuten, unverbindlich: Wir zeigen Ihnen, wie Ihr Betrieb für Pflegende sichtbar wird – und was in den nächsten 90 Tagen realistisch ist.